Netzwerk für Teilhabe und nachhaltige Entwicklung

Deutschland International

Diaspora Sommerakademie – Globales Lernen

ANTIKOLONIALE BILDUNG HIER UND JETZT Unsere diesjährige DIASPORA Sommerakademie setzt Antikoloniale Bildung in den Fokus. Wir verstehen darunter einen Ansatz, der Kolonialismus nicht als eine abgeschlossene historische Phase betrachtet, sondern als Methode Kolonialismus (historisch sowie aktuell – siehe die kolonialen Realitäten von Territorien wie Puerto Rico zu den USA oder…

Für Schulen

Sie gehören zu den 17 Schulen in den Gebieten Wedding Zentrum, Osloerstraße und Parkviertel. Damit haben 70 bis 80 Prozent der Kindern und / oder Jugendlichen an Ihrer Schule eine Migrations- oder Fluchtgeschichte in ihrer eigenen Biografie oder der Biografie ihrer Eltern und/oder Großeltern. Seien Sie stolz darauf Anstatt immer…

Pressemitteilung – 21.4.2020

Migrantische Familien besonders von der Corona-Krise betroffen! Pressemitteilung NARUD e.V. – 20. April 2020 Antidiskriminierung und Antirassismus in Zeiten von Corona Nicht-weiße Menschen und Menschen, die als “Migrant_innen” markiert oder wahrgenommen werden, sind von der Corona Pandemie in besonderer Weise betroffen, denn sie erleben in Deutschland strukturellen, institutionellen und alltäglichen…

About us

NARUD steht für “Network African Rural and Urban Development“ und ist eine seit 2005 tätige migrantisch-diasporische Organisation.

Die Organisation entstand 2005 durch die Zusammenarbeit einer Gruppe Studenten aus Afrika und wurde 2007 als gemeinnützige Organisation gegründet. Die Mitglieder des aktuellen Vorstandes kommen aus: Togo, Zimbabwe und Kamerun.

NARUD e.V. steht für „Network African Rural and Urban Development“ und ist eine seit 2005 tätige migrantisch-diasporische Organisation. Der Vorstand und die Geschäftsführung setzen sich vollständig aus Migrant*innen aus Afrikanischen Ländern zusammen. Haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter*innen wie auch Unterstützer*innen stammen aus verschiedenen Teilen der Welt, einschließlich Deutschlands.

Hauptziele des Vereins in Bezug auf Deutschland, insbesondere Berlin, bestehen in der Förderung und Selbstermächtigung von Menschen in den afrikanisch-migrantischen Communities, der Vermittlung kultureller Werte afrikanischer Gesellschaften, der Aufarbeitung der kolonialen Vergangenheit und kolonialer Kontinuitäten, sowie der Öffnung der Zivilgesellschaft für den interkulturellen Dialog.

Dementsprechend engagiert sich NARUD e.V. aktiv gegen Rassismus, wie zum Beispiel im Netzwerk der Berliner Registerstellen, als Mitorganisator im Bündnis Zusammen gegen Rassismus – Wedding & Moabit, im Landesnetzwerk Afrikanischer Vereine – LAV und im Bündnis Decolonize Berlin, im EPIZ-Bildungsnetzwerk Eine Welt, im Berliner Entwicklungspolitischen Ratschlag / Einweltstadt Berlin – BER, bei MoveGLOBAL und im Bündnis für Entwicklungspolitik mit Afrika e.V. – BEA auf Bundesebene.
Schwerpunkte unserer Aktivitäten in Afrika liegen in den Bereichen Gesundheit, Bildung, berufliche Professionalisierung, Infrastruktur und Stärkung der Zivilgesellschaft, mit Fokus auf der Unterstützung besonders marginalisierter Bevölkerungsteile. Stets zielen wir darauf ab, endogene Potenziale zu aktivieren und einsetzen.
Die Bandbreite der Tätigkeiten von NARUD e.V. lässt sich in vier Bereiche gliedern: Antidiskriminierungsarbeit, Partizipation von Menschen mit Migrationserfahrung, Entwicklungspolitische Bildung und Entwicklungszusammenarbeit.  

Die Tätigkeitsbereiche von NARUD e.V.

ANTIDISKRIMINIERUNGSARBEIT

NARUD e.V. ist Registerstelle der Berliner Register für den Bezirk Mitte und erfasst und dokumentiert rechte Aktivitäten (von Propaganda bis zu Gewaltakten) und Vorfälle von Rassismus, Anti-Schwarzem Rassismus, Antimuslimischem Rassismus, Antisemitismus, Antiziganismus und LGBTIQ-Feindlichkeit in Berlin. Ebenso werden Diskriminierungen und Angriffe aufgrund des sozialen Status oder Fälle von Behindertenfeindlichkeit erfasst. Die Registerstelle Mitte bietet Betroffenen eine Erst- und Verweisberatung, und informiert die Öffentlichkeit und Politik anhand unserer regelmäßigen analytischen Auswertungen der erfassten Vorfälle. Die Registerarbeit umfasst außerdem die Anwerbung und Begleitung von anderen Organisationen als Anlaufstellen. Es besteht eine intensive Zusammenarbeit mit dem Netzwerk der Registerstellen in den anderen Berliner Bezirken.
Weitere Einsatzfelder sind die schulische und politische Bildung. In Projekten wie Prävention und Intervention durch Interkulturelle Pädagogik – PIIP hat NARUD e.V. in den letzten Jahren Expertise in der Antidiskriminierungsarbeit gesammelt. Hierzu gehört auch der Ausbau der politischen Bildungsarbeit, vor allem in Bezug auf Rassismus und Antirassismus. Unser Fokus liegt dabei auf den Perspektiven von Menschen mit Rassismuserfahrungen – Migrant*innen und allgemein nicht-weißen Menschen.
Im Rahmen unserer entwicklungspolitischen Bildung im Inland (Globales Lernen) bieten wir Schüler*innen-Arbeitsgruppen (AGs), Projekttage und -wochen an Berliner Schulen an. Auch Fortbildungen für Lehrkräfte und Akteur*innen der Bildungsarbeit führen wir zu Themen, welche die Verhältnisse zwischen Globalem Norden und Globalem Süden beleuchten, regelmäßig durch.
Im Projekt Promotor*innenstelle Diskriminierungsfreie Bildung im Wedding öffnen wir Austausch-Räume, um mit Schulen, Bildungsakteur*innen, Eltern und Schüler*innen aus Berlin-Wedding gezielt Barrieren abzubauen und so alle Schüler*innen in ihrer individuellen Entwicklung und Entfaltung zu bestärken. Hierzu führen wir neben Netzwerkarbeit im Kiez und auch berlinweit Fortbildungen für pädagogisches Fachpersonal durch, bieten Beratungen und Empowerment-Räume für Eltern an, ermöglichen Schüler*innen z.B. in Empowerment-Workshops den Austausch zu Antidiskriminierung und Antirassismus.
Ergänzend haben wir im Rahmen der UN-Dekade für Menschen Afrikanischer Herkunft und Abstammung das Projekt SAfE – Stärkung Afrikanischer Eltern – entwickelt, um den Bildungserfolg der Kinder dieser uns besonders wichtigen Zielgruppe zu unterstützen.

PARTIZIPATION

Als migrantischer Verein, der u.a. in den Bereich Partizipation seit mehr als einem Jahrzehnt tätig ist, wissen wir, dass eine umsichtige Stadtteilentwicklung von großer Wichtigkeit ist, damit sich alle Menschen in der Gesellschaft anerkannt und dazugehörig fühlen können. 
Familienzentren, Selbsthilfeinitiativen, Nachbarschaftsinitiativen, Stadtteilkoordinationen, Quartiersmanagement-Gebiete, Regional-AGs, Elternmitwirkung in den Schulen, Runde Tische und weitere Gremien und Foren bieten Menschen die Möglichkeit, sich aktiv in die Gestaltung des eigenen Lebensumfeldes einzubringen. 
Diese Strukturen werden allerdings kaum von migrantischen Gemeinschaften, insbesondere jenen sogenannter Drittstaatsangehöriger, genutzt. Das liegt einerseits an fehlenden Kenntnissen zu den Beteiligungsstrukturen seitens eines großen Teils dieses Personenkreises, zum anderen an den Inklusionshürden.
Für NARUD e.V. ist die gegenseitige Stärkung von Drittstaatsangehörigen daher im besonderen Fokus. Indem eine Vernetzung, untereinander genauso wie mit weiteren gesellschaftlichen Akteur*innen, stattfindet, können wertvolle Kenntnisse erlangt werden, die gebraucht werden, um die Gesellschaft, die Nachbarschaft oder den Sportverein insgesamt stärker mitzugestalten. NARUD e.V. setzt sich dafür ein, die massive Ausgrenzung, die Migrant*innen aus dem Globalen Süden in Deutschland erfahren, entgegenzuwirken. Zum Beispiel in der Förderung von Kiez- und Community Netzwerken, in der Beratung und durch Qualifizierungsangebote für Multiplikator*innen aus der Community, damit ihre Perspektiven und Bedürfnisse stärker im Vordergrund stehen können. Ein wichtiger Rahmen dafür ist das Projekt “Starke Netzwerke für Teilhabe und Empowerment”. 
Die Expertise der Menschen, die aus Afrikanischen Ländern zugewandert sind, spielt dabei eine Schlüsselrolle: Sie wissen, an welchen Stellen die Partizipationsbereitschaft und -bedingungen noch zu verbessern sind, und bringen durch ihre Migrationserfahrung eine hohe interkulturelle Kompetenz mit.

ENTWICKLUNGSPOLITISCHE BILDUNG

Entwicklungspolitische Bildung zielt auf eine weltweite nachhaltige Entwicklung ab. Uns geht es dabei besonders darum, Perspektiven des Globalen Südens Gehör zu verschaffen und weltweite Ungleichheiten abzubauen. Ob es um ungerechten Welthandel, Kolonialismus oder Klimagerechtigkeit geht – wir zeigen in unserer Bildungsarbeit Zusammenhänge auf, ermöglichen Perspektivwechsel, fordern Verantwortungsübernahme und Fördern das Erarbeiten von Handlungsoptionen für eine gerechtere und nachhaltigere Weltgesellschaft. Hierfür veranstalten wir Fachtagungen, in denen Expert*innen zu Wort kommen, die sonst häufig nicht gehört werden. Entscheidungsträger*innen aus Politik, Wissenschaft und Verwaltung genauso wie Multiplikator*innen aus der Bevölkerung erhalten neue Impulse und können sich vernetzen.
Unsere derzeitigen Schwerpunkte im Rahmen des Projekts “Erinnern und Beteiligen” sind die Aufarbeitung der Kolonialzeit und die UN Dekade für Menschen afrikanischer Abstammung und Herkunft. Im Rahmen der Entwicklungspolitischen Bildungsarbeit findet neben Fachtagungen auch das jährliche Interkulturelle Fußballturnier statt. Hier werden die Teilnehmenden im Rahmenprogramm niedrigschwellig an entwicklungspolitische Themen herangeführt, z.B. in Ausstellungen und an zahlreichen Ständen von Organisationen und Vereinen sowie über das Bühnenprogramm.
Zur Umsetzung des Globalen Lernens bieten wir Projekttage, Projektwochen und Arbeitsgemeinschaften in Schulen an, sowie Fortbildungen für Lehrkräfte. Einen besonderen Stellenwert genießt darin unsere Diaspora Sommerakademie des Globalen Lernens. Auf der jährlich stattfindenden Fachveranstaltung können sich Lehrkräfte aus dem Globalen Süden (oder seiner Diasporen) fortbilden, vernetzen und ihre Rolle im Globalen Lernen reflektieren.

ENTWICKLUNGSZUSAMMENARBEIT

Auf dem Gebiet der Entwicklungszusammenarbeit setzt sich NARUD e.V. für eine Verbesserung der Gesundheits- und allgemeinen Versorgungsinfrastruktur, die Bildung mit Schwerpunkt auf beruflicher Professionalisierung, die Stärkung der Zivilgesellschaft und die Reduktion von Armut, derzeit v.a. in Kamerun ein. Die Migrationserfahrungen aus verschiedenen Ländern Afrikas, die unsere Mitglieder, die Vereinsführung und große Teile unserer Zielgruppen in Deutschland mitbringen, verleihen dem Verein Einblicke in aktuelle Situationen und ermöglichen, Entwicklungen richtig zu interpretieren und befähigen. Durch die enge und etablierte Zusammenarbeit mit der kamerunischen Organisation ADDC (Assosacion pour le Développement Durable du Cameroun) ist gewährleistet, dass die Projektideen stets aus den Zielgruppen kommen, die Zielsetzungen an lokalen Afrikanischen Perspektiven orientiert sind und die Maßnahmen so ausgestaltet werden, dass sie wirklich nachhaltige Wirkungen bringen.
Gleichzeitig verschafft diese Art der Projektarbeit Erkenntnisse, die häufig in Gegensätzen zu in Deutschland verbreiteten Annahmen über die Entwicklungsbedingungen in Afrika stehen. Auf dieser Basis bringt sich NARUD in Entwicklungspolitischen Gremien und Plattformen in Deutschland ein und regt dort eine kritische Reflexion für ein neues Verständnis von wirklich partnerschaftlicher Entwicklungszusammenarbeit an. Im Sinne der nachhaltigen Entwicklungsziele sind somit alle Länder als Entwicklungsländer zu verstehen.
Auch in die entwicklungspolitische Bildungsarbeit von NARUD e.V. in Deutschland fließen die in Entwicklungsprojekten gewonnenen Einblicke, Handlungsprinzipien und Good Practice Beispiele der ein.
Die jüngeren Projekte finden an den Schnittstellen urbanen und ruralen Lebens statt. Zusammen mit ADDC und weiteren lokalen Partnern verbessern wir die Allgemein- und Berufsbildungs-Infrastruktur, sowie die Trinkwasser- und Gesundheitsversorgung. Stets verfolgen wir dabei auch die Ziele, Arbeitsplätze zu schaffen, Wissen und Bewusstsein in der Bevölkerung aufzubauen und die teilweise marginalisierten Bürger*innen-Gruppen zu mehr zivilgesellschaftlicher Beteiligung und Teilhabe zu ermächtigen. Dabei werden auch Schnittstellen zur Verwaltung aufgebaut.
Die Projekte werden zumeist ergänzt durch Informations- und Sensibilisierungskampagnen, u.a. über das Radio. Die Projekt-Errungenschaften werden weiter begleitet und ihre Reichweite stückweise ausgebaut.
Im Ergebnis wurden in den letzten Jahren insgesamt sechs Schulgebäude errichtet, darunter eine Berufsschule mit 200 Ausbildungsplätzen. Das Dorf Koupa-Matapit wird mit Trinkwasser versorgt und lokale Fachleute zur Selbstverwaltung und Instandhaltung ausgebildet. In Fumban ist ein Medizinisches Labor entstanden.  

Entwicklungspolitische Bildung