Die Dörfer des Projektgebiets Koupa-Kagnam (12.000 Einw.) und Koupa-Menke (10.500 Einw.) liegen in der West-Region Kameruns am Hang des Berges Kogham und werden hauptsächlich von den Bauern Bamoun und den Viehzüchtern Bororo bevölkert.
Es sind im Wesentlichen landwirtschaftliche Gebiete, die Produktion ist reich und vielfältig. Nahrungs- und Gemüsekulturen bestehen hauptsächlich aus Mais, Bohnen,
Macabo, Kochbananen, Tomaten, Lauch, Wassermelonen, Gemüse und Gewürzen. Der größte Teil dieser Produktion wird auf dem lokalen Markt verkauft und der Überschuss
in die großen Städte Douala und Jaunde exportiert. In den letzten Jahren wurde ein sehr großer Teil der landwirtschaftlichen Produktion an Nachbarländer wie Gabun, Äquatorialguinea, die Zentralafrikanische Republik, den Tschad und den Kongo geliefert. Kleinviehhaltung wird von Kleinhirten auf Familienebene betrieben und ist eine große Einkommensquelle bei Beerdigungen und Feiertagen.


Die Bevölkerung leidet enorm unter dem Mangel an sauberem Trinkwasser. Der Antrag der Entwicklungskomitees, Comité d’Animation pour le Développement de Kagnam (CADEK) in Koupa-Kagnam und Comité d’Action pour le Développement de KOUPA-MENKE (CADEKOM) in Koupa-Menke, an ADDC wurde wieder aufgenommen.
Zwischen den Vertretern der Entwicklungskomitees (CADEK und CADEKOM), den Dorfvorstehern, welche die wichtigste Elite der Dörfer darstellen, dem Vertreter der gabunischen Diaspora und dem ADDC wurde nun die Umsetzung des Projektes organisiert.
Vor-Ort Begehungen wurden durch ADDC in Begleitung des Planungsbüros der Gemeinde von Koutaba durchgeführt, um bessere Eindrücke von den natürlichen Gegebenheiten und technischen Voraussetzungen des Projektes zu gewinnen. Außerdem wurden zahlreiche Gespräche mit der direkten Zielgruppe geführt, um ihre Einstellung zu möglichen Vorhaben zu erfahren.
Bereits auf der Wasserkonferenz in Foumban fanden intensive Gespräche mit dem Bürgermeister der Kommune Koutaba statt. Der Vertreter der Kommune zeigte großes Interesse an unserem Projekt, dennoch haben wir im Gesprächsaustausch deutlich gemacht, dass die Politik dem Projekt-Konzept nach rein unterstützend agiert. Denn die Trinkwasserversorgung soll zivilgesellschaftlich verwaltet werden. Die Kommune Koutaba ist trotzdem äußerst engagiert und will sich auch finanziell am Vorhaben beteiligen. Dies ist ein großer Vorteil für das Projekt, weil so die Nachhaltigkeit der Errungenschaften noch besser gewährleistet werden kann.
Auch wird die Kommune die Mitarbeiter*innen ihres technischen Dienstes im Rahmen des Projektes fortbilden, die die Wartungsarbeit in der Zukunft unterstützen werden und je nach Möglichkeit für eine Nachahmung des Projekts in anderen Dörfer einsetzbar wären. Die Hauptkooperationspartner des Projektes sind die Entwicklungskomitees CADEK und CADEKOM, welche sich seit Jahrzehnten für die Entwicklung der Dörfer einsetzen. Mit ihnen wurde eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, die u.a. die finanzielle Beteiligung der beiden Entwicklungskomitees beinhaltet.
Mitglieder von CADEK und CADEKOM sind die kleinen Entwicklungskomitees der 23 Dorfsquartiere, außerdem Diasporainitiativen, welche aus den beiden Dörfern stammen und mittlerweile in den Großstädten Kameruns und benachbarten Ländern (v.a. Gabun und Äquatorialguinea) leben.

Infektionskrankheiten wie Typhus und Cholera werden durch biologisch verunreinigtes Wasser übertragen. Im Projektgebiet kommt dazu noch eine Belastung mit Schadstoffen. Auch Krankheiten, die durch nicht ausreichende Körperpflege entstehen, wie zum Beispiel Parasiten, stellen schwere Risiken dar, genau wie solche, die durch einen Mangel an trinkbarem Wasser verursacht werden. Im Jahr 2012 erlitten beide Dörfer eine Cholera-Epidemie, welche über dreißig Todesopfer verursachte. Im Projektgebiet gibt es vier kleine Gesundheitszentren, die von Krankenpflegerinnen geführt werden und ein großes Gesundheitszentrum, das jedoch nicht ausreichend ausgestattet ist und manchmal kein qualifiziertes Personal hat. Erst im Jahr 2022 konnte man dieses Gesundheitszentrum in ein CMA (Borough Medical Center) umwandeln und einen Arzt zuweisen. Das CMA liegt zwischen den beiden Dörfern und ist für beide zuständig. Nach Aussage des Arztes leiden über 55% der Patientinnen, die behandelt wurden, an einer wasserbedingten Krankheit.


Die Bildung von Schülerinnen leidet auch unter der Trinkwassersituation, weil durch Infektionen hohe Fehlzeiten in der Schule entstehen. Erkrankungen von Schülerinnen lassen sich aber nicht lediglich auf den Mangel an sauberem Wasser zurückführen. Es bestehen auch Probleme in der Anwendung von Hygieneregeln in Körperpflege und Sanitärverhalten, da den Kindern weder in der Familie, noch in der Schule umfassendes Handlungswissen vermittelt wird. Wie im Projektgebiet ist auch in der gesamten Region Noun aufgrund von Krankheiten, die mit der Trinkwasserversorgung zusammenhängen, die Situation kritisch.