Lesen Sie den Bericht der DIASPORA Sommerakademie von NARUD e.V.

ANTIKOLONIALE BILDUNG HIER UND JETZT

Unsere diesjährige DIASPORA Sommerakademie setzt Antikoloniale Bildung in den Fokus. Wir verstehen darunter einen Ansatz, der Kolonialismus nicht als eine abgeschlossene historische Phase betrachtet, sondern als Methode Kolonialismus (historisch sowie aktuell – siehe die kolonialen Realitäten von Territorien wie Puerto Rico zu den USA oder Ceuta und Melilla zu Spanien etc.) in seiner wirtschaftlichen, politischen, sozialen, kulturellen und psychischen Dimension zu verstehen, sowie diesem mit parteiischen Widerstandskonzepten entgegenzutreten. Unser Blickwinkel greift die theoretischen und politischen Errungenschaften post- und dekolonialer Ansätze auf, setzt jedoch antikoloniales Wissen und Kämpfe in das Zentrum unserer Wissensvermittlung.

Bei dem Fachtag wollen wir uns als Praktiker_innen mit den verschiedenen inhaltlichen sowie methodischen Ansätzen der Vermittlung antikolonialer Themen (historisch sowie aktuell) widmen. Wir wollen Netzwerken und voneinander lernen.

Hierzu wird es Impuls-Vorträge von erfahrenen Praktiker_innen antikolonialer Bildung in Deutschland geben, Raum für Selbstreflexion, sowie die Möglichkeit des direkten Austausches unter Kolleg_innen. Unsere Referent_innen dieses Jahr sind Angelo Camufingo, Amanda Luna und Catherine Abon. 
Die DIASPORA Sommerakademie ist eine ganztägige Tagung von und für Bildungsakteur_innen aus dem Globalem Süden/Tricont bzw. diasporisch/migrantische nicht-weißen Bildungsakteur_innen. Durch den Tag moderieren wird Eleonora Roldán Mendívil, Projektkoordinatorin bei NARUD e.V.

Angelo Camufingo ist deutsch/angolanischer Aktivist sowie Diversity und Inclusion Consultant und Studentischer Antirassismus-Referent and der Universität Potsdam. Er arbeitet auch als Trainer zu Antirassismus. Momentan schließt er seinen Master of Education in Englisch und Französisch ab. Angelo forscht aktuell zu der Entwicklung transkultureller Diskurse in Rahmenlehrplänen deutscher Schulen, Wissenshierarchien und auto-ethnografischen Arbeiten zu Machtstrukturen und rassistischen Kontinuitäten.
 
Thema: Antokoloniale Bildung und Afrika
 
Amanda Luna, geboren in Peru Huánuco ist Quechua und Aktivistin für die Verteidigung der Rechte indigener Völker und Mutter Natur, und arbeitet an der Universität Aachen im Bereich der Gesundheitsforschung. Aufgrund ihres Aktivismus leitet sie kontinuierlich Workshops zu sozialen und politischen Themen aus der Sicht betroffenen Menschen. Ihr Schwerpunkt liegt darin, fern der eurozentrischen Sichtweise zu arbeiten. Für sie ist die Verbindung zum Land und zu indigenen gesellschaftlichen Gruppen in Peru besonders wichtig. Diese Perspektiven sollen gestärkt werden. Durch ihr Leben in Deutschland, hat sich ihre Perspektive erneut ausgeweitet und ihr gezeigt wie beides geht: das Bewahren und die Bestärkung indigener Kulturen und das Zusammenspiel mit anderen Perspektiven auf Antikolonialismus und Antirassismus.
 
Thema: Antokoloniale Bildung und die Americas
 
Dr. Catherine Abon ist Geologin spezialisiert auf Hydrologie, Lehrerin, Erzieherin und Aktivistin. Sie hat sie als Dozentin an der Universität der Philippinen gearbeitet und war in einer Organisation aktiv, die sich dafür einsetzt, dass Wissenschaft und Technologie allen Menschen dienen. Seit 2011 lebt sie in Deutschland und setzt ihre politische Arbeit fort, die sich auf die Förderung der Rechte philippinischer Frauen hier und auf den Philippinen sowie anderer Migrantinnen verschiedener Nationalitäten konzentriert. Sie ist Mitglied der philippinischen Frauenorganisation Gabriela Deutschland, hat den ersten Antikolonialen Monat in Berlin im Oktober / November 2019 mitorganisiert und fungiert
als Teil des Interimsrates der neu gegründeten europaweiten April 28 Koalition für die Rechte und das Wohlergehen von Migrant_innen und Geflüchtete.
 
Thema: Antokoloniale Bildung und Asien

 

WANN : 22. August 2020 

ANMELDUNG : globaleslernen@narud.org (begrentzer Teilnehmerzahl)