Samstag, 09 September 2017 00:00

Fachtag 2017

geschrieben von 
Artikel bewerten
(0 Stimmen)

NARUD e.V. lädt im Jahr seines 10-jährigen Bestehens herzlich ein:

FACHTAG 2017 zu Flucht(ursachen) und Migration

Die Diaspora auf der Suche nach Wegen der politischen Einflussnahme

4. November 2017, 10-17 Uhr August Bebel Institut, Müllerstr. 163, 13353 Berlin (1. Stock)

Anmeldung an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder +49 (0) 30 915 154 16

 

Programm
09.30 Uhr Empfang bei Kaffee und Gebäck
10.00 Uhr Begrüßung
10.20 Uhr Input I: „Bedeutung der Diaspora in Deutschland und Europa für afrikanische Regierungen zur Bekämpfung von Fluchtursachen”
10.40 Uhr Input II: „Beteiligung der afrikanischen Diaspora in Entwicklungszusammenarbeit und Migrationspolitik - Möglichkeiten, Absichten und Maßnahmen seitens Verwaltung und Politik”
11.00 Uhr Input III: „Ressourcen der Diaspora zur Mitwirkung an zukunftsfähigen Entscheidungsprozessen, die Geflüchtete und Migranten betreffen - gesellschaftliche Wahrnehmung von Migranten als relevante Akteure und Hindernisse der Partizipation”
11.20 Uhr Input IV: „Wissenschaftliche Erkenntnisse zu Fluchtursachen, Globalisierung, Migration und europäisch-afrikanischen Beziehungen”
11.40 Uhr Input V: „Einschätzungen zur internationalen Politik nach Erfahrungen in der Seenotrettung“
12.00 Uhr Frage- und Diskussionsrunde
13.00 Uhr Mittagspause, afrikanisches Buffet
14:00 Uhr Panels am Nachmittag  (parallel stattfindende Workshops)  SIEHE UNTEN
15.30 Uhr Kaffeepause
16.00 Uhr Abschlussdiskussion

 


Panels am Nachmittag

 

Thema 1:

Potenzial der Zusammenarbeit von Migrant_innen, Willkommensinitiativen und Geflüchteten und öffentlicher Verwaltung zur Förderung von Integration und Reduktion von Fluchtursachen
1. Wo liegen mögliche Synergien von Diaspora, Geflüchteten- und Willkommensinitiativen zur Verbesserung der Lebensbedingungen in Berlin und weltweit? Wo liegen Potenziale Brach? Wie gelingt eine konstruktive Vernetzung?
2. Was bedarf es, damit alle drei Gruppierungen im Sinne der gemeinsamen Ziele mehr politisches Gewicht erhalten?
3. Wie können kommunale Akteure unter Einbindung von Geflüchteten und Migrant_innen in ihrer Arbeit globale Zusammenhänge berücksichtigen und wirkungsvoll umsetzen?
Welche politischen und zivilgesellschaftlichen Handlungsoptionen zur Begegnung von Fremdenfeindlichkeit und Ressentiments und zur Stärkung einer vielfältigen Einwanderungsgesellschaft sind denkbar?

Thema 2:

Das koloniale Erbe und Fluchtursachen am Beispiel der Währung CFA
1. Wie sichern sich europäische Staaten und Akteure der Wirtschaft Macht über den globalen Süden?
2. In welchem Zusammenhang stehen die Internationalen Beziehungen mit den eigenen Vorannahmen und Vorbehalten über das was Afrika, oder „die Afrikaner” (im Gegensatz zu „den Europäern”) ausmacht?
3. Wie können neokoloniale Vorbedingungen der Entwicklungszusammenarbeit, etwa Paternalismus, überwunden werden, für wirkliche Verhältnisse “auf Augenhöhe”?
4. Wie kann der Einfluss migrantisch-diasporischer Organisationen in der Entwicklungspolitik gestärkt werden?
5. Was kann eine verstärkte Zusammenarbeit unter Ihnen auf europäische Ebene bewirken?

Thema 3:

Der aktuelle „Marshallplan ‘mit’ Afrika” im Blickwinkel von Flucht und Migration
1. Fördert er eine kontinuierliche Verwirklichung der SDGs oder ist er mehr ein Mittel der Einflussnahme neben anderen Akteuren in Afrika wie z.B. China?
2. Wo wurden afrikanische Akteure (Diaspora & in Afrika) einbezogen und wie sind die Perspektiven für deren Mitgestaltung in der der näheren Zukunft?
3. Welche grundlegenden Fluchtursachen verspricht der Marshallplan zu beheben?

 

Hintergründe zum NARUD Fachtag 2017

Auch nach Jahren mit den Themen Flucht und Migration in der öffentlichen Debatte sitzen viele Fehlkonzeptionen fest. Etwa wird verkannt, dass die allermeisten Fluchtbewegungen den europäischen Außengrenzen nicht einmal nahe kommen. Die Zahlen der Geflüchteten und Binnenvertriebenen stieg in den letzten Jahren steil an, dennoch ist Europa nicht das primäre Ziel dieser Menschen, noch übernimmt es die Hauptlast oder nimmt gar die meisten von ihnen auf. Nur ist dies verstärkt in den Fokus der Öffentlichkeit und Medien in Europa und Deutschland gerückt worden. Auch das Verständnis von Fluchtursachen und von Regionen, aus denen Flucht geschieht, ist Verzerrungen unterworfen: Sie werden reduziert auf einzelne, vorübergehende Konfliktsituationen und -gebiete; kurzfristige Lösungen scheinen möglich. Aus dem Diskurs ausgeblendet werden die globalen Ausbeutungsstrukturen, das Auftreten transnationaler Konzerne, die Klima-, Agrar- oder Rohstoffpolitik sowie Waffenexporte der Industrieländer, die unweigerlich zum Wegfall von Lebensgrundlagen für große Bevölkerungsteile führen.

Deutschland und Europa müssen sich ihrer historischen, politischen sowie ökonomischen (Mit-) Verantwortung stellen und Flucht und Migration als eine globale Aufgabe sehen, die nicht erst an den EU-Außengrenzen Handeln erfordert. Außerdem geschieht die Bewertung der Situation und Zukunft Afrikas noch zu sehr aus einer einseitigen Perspektive, anhand derer paradigmatisch nur europäische Errungenschaften als maßgeblich anerkannt werden. Allein eine Umbenennung von “Entwicklungshilfe” zu einer “Zusammenarbeit” ändert daran wenig.
Für die differenzierte Ein- und Wertschätzung von politischen und ökonomischen Strategien, die Orientierung zwischen den stilisierten Bildern sogenannter “verschiedener Kulturen”, sowie die Abstraktion von linearen – und aus der Nachhaltigkeitsperspektive einfach verfehlten – Entwicklungskonzepten, müssen Menschen transkultureller Lebenserfahrung zu Wort kommen: Migrant_innen, Geflüchtete, “Grenzgänger” – die Diaspora.
Als migrantische Organisation erleben wir momentan eine Neuausrichtung verschiedener afrikanischer Regierungen, dahingehend, dass die in Europa und Deutschland lebende Diaspora mehr als relevante Akteurin wahrgenommen wird. Wir wollen auch in Deutschland unter Geflüchteten und Migrant_innen das Bewusstsein über die eigenen besonderen Erfahrungs- Beziehungs- und Wissens-Ressourcen und damit einhergehende Verantwortungsübernahme fördern. Zum anderen bedarf es für eine gesteigerte Bereitschaft seitens Politik und Verwaltung, die Diaspora in Entscheidungsprozesse einzubinden, einer vertieften Debatte zwischen Expert_innen aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft und politischen Akteur_innen.

Diesen inhaltlichen und persönlichen Austausch wollen wir auf dem Fachtag realisieren. Nach mehreren Impulsbeiträgen sollen auch die Fachtags-Teilnehmer_innen in der Diskussionsrunde zu Wort kommen. Auch in den spezifischeren parallel stattfindenden Panels am Nachmittag ist Mitdiskutieren angesagt!

 

Mit freundlichen Grüßen,

Das Team vom NARUD e.V.

mit Geschäftsführer Aziz Lamere

 

NARUD Network African Rural and Urban Development e.V.

Genter Straße 7, 13353 Berlin

Tel. 030 / 91515416 www.narud.org • www.facebook.com/narudberlin

 

 

 

Gelesen 2369 mal Letzte Änderung am Freitag, 29 September 2017 06:21
NARUD

NARUD e.V. steht für Network for African Rural and Urban Development und ist seit 2005 tätig. Wesentliche Schwerpunkte der Arbeit sind Entwicklungspolitik und Entwicklungszusammenarbeit. Der Verein ist in der entwicklungspolitischen Landschaft gut vernetzt, so ist NARUD e.V. Mitglied des Berliner Entwicklungspolitischem Ratschlags, ist im Vorstand vom moveGlobal und Mitlgied im Netzwerk Globales Lernen von EPIZ. Weiterhin arbeitet der Verein mit vielen unterschiedlichen Initiativen, wie Bengo, GIZ, CIM auf nationaler oder mit der „Association pour le development durable du Cameroun“ (ADDC) auf internationaler Ebene zusammen.

Mehr in dieser Kategorie: « Register-Mitte Team »

logo-grey

NARUD e. V. engagiert sich seit 2005 in der Völkerverständigung durch Integration von ZuwanderInnen, insbesondere von Minoritäten in Deutschland, sowie in der Entwicklungszusammenarbeit.

Kontakt Adresse

  • Genter Straße 7, 13353 Berlin
  • +49 (0) 30 - 91 51 54 16
  • info@narud.org
  • NARUD e.V.
  • Wir freuen uns über Ihre Kontaktaufnahme.

Vereinsspende

Unterstützen Sie unsere Arbeit. Die Spenden werden grundsätzlich nur für soziale Projekte genutzt.