WARUM EINE ÄNDERUNG IN UNSERE BILDUNGSWESEN NOTWENDIG IST?

Die Schule ist nach dem Zuhause der zweite Sozialraum in dem heranwachsende Kinder afrikanischer Herkunft den Großteil ihrer Jugend verbringen. Kinder, die hier im Westen sozialisiert wurden, haben andere Herausforderungen als ihre Eltern die nach Deutschland (als Erwachsene) migriert sind. 

In der Schule werden sie mit einseitigen Bildern über Afrika konfrontiert und erfahren auch gesellschaftlich und durch die Medien, dass es keinen Grund gibt, stolz zu sein auf die eigene Herkunft – da Afrika immer wieder als arm und rückständig gezeigt wird. Dies spiegelt sich auch in ihren Schulbüchern wieder und wird sowohl von den Schulkamerad*innen als auch von den Lehrkräften selbstverständlich hingenommen. Viele übernehmen diese Bilder über Afrika und Afrikaner*innen, und nur wenige haben die Chance diese Bilder zu hinterfragen, da es sehr schwer ist an andere Informationen zu kommen bzw. eine gesellschaftliche Mehrheit diese Informationen ignorieren.

Da Kinder afrikanischer Herkunft konstant die Erfahrung machen, dass ihr Leben und ihre Körper nicht schützenswert sind laufen sie Gefahr, diese falschen und schädlichen Bilder als Minderwertigkeitskomplex zu verinnerlichen, was dazu führt, dass sie mit der Zeit akzeptieren, schlechter behandelt zu werden und aus Selbstschutz verdrängen, dass sie Ungerechtigkeit erfahren, sie ihrer Rechte beraubt werden und ihre Würde verletzt wird. 

Diese Minderwertigkeitskomplexe drücken sich auch darin aus, dass Kinder afrikanischer Herkunft an ihren eigenen Fähigkeiten zweifeln bzw. dass sie nicht die Erfahrung machen, sich entfalten zu dürfen, neue Fähigkeiten an sich zu entdecken und somit an Selbstvertrauen auf verschiedenen Gebieten zu gewinnen.

Eine Reihe von Forschungsergebnissen zeigt, dass Lehrer*innen dazu neigen, das Potenzial von Kindern mit sog. Migrationshintergrund und/oder aus sozio-ökonomisch benachteiligten Verhältnissen zu unterschätzen; diese Schüler*innen werden daher, manchmal mit den besten Absichten, auf weniger prestigeträchtige Fächer und Schulwege gelenkt, mit dem Hintergrund, dass es angeblich besser sei, eine erfolgreiche Maurerausbildung zu haben als in einem Studium zu scheitern. Dass dieses Denken aus rassistischen Vorurteilen und Stereotypen erwächst und so zur Reproduktion des institutionellen und strukturellen Rassismus beiträgt, können viele Lehrkräfte nicht reflektieren. 

Anmerkung: Wir erachten handwerkliche Tätigkeiten für erstrebenswert und förderlich für die Entfaltung eines Kindes. Wir denken auch, dass nicht jede Person einen akademischen Abschluss erreichen muss, um im Leben erfolgreich zu sein bzw. ein erfülltes Leben zu führen. Die Realität in Deutschland ist jedoch, dass ein höherer Abschluss gleichzusetzen ist mit besseren Zugängen zu gesellschaftlicher Beteiligung und Teilhabe. Es ist daher verständlich, dass Eltern afrikanischer Herkunft sich für ihre Kinder wünschen (denen i.d.R. Zugänge systematisch erschwert werden), dass diese eine höhere Bildung erreichen.  

DIE ANTWORT IST SAfE

SAfE möchte in Zusammenarbeit mit den Eltern Schwarzer Kinder einen Raum eröffnen, um sich auszutauschen und zu empowern; so können  unsere Kinder erleben, dass sie eine besondere Erfahrung teilen.
Schwarzen Kindern lernen in Empowerment Workshops, wie sie sich gegen Diskriminierung wehren können, wie sie diese erkennen und dass sie das Recht haben, sich eine Stimme zu verschaffen.
Einen besonderen Wert legen wir darauf, die Identität der Kinder zu stärken. Wir möchten dazu beitragen, dass unsere Kinder neue Bilder und Geschichten über Afrika kennenlernen und Stolz auf ihre Herkunft entwickeln. Wir möchten, dass unsere Kinder einen Raum haben um sich gegenseitig zu feiern. Selbstbestätigung führt zu einer gesünderen Selbstwahrnehmung und letztlich zu besseren Schulleistungen.