NARUD e.V. (Network for African Rural and Urban Developement) ist seit 2005 tätig und engagiert sich schwerpunktmäßig für die Integration von Zuwanderern und insbesondere von Minoritäten in Berlin. Schwerpunkt unserer Tätigkeit ist die Hilfe zur Selbsthilfe bei der Integration in die deutsche Gesellschaft. Eine Schlüsselrolle spielen dabei Bildung und ökonomische Stabilität. Wir bestimmen unser Handeln durch die Werte einer demokratischen Gesellschaft, u.a.: Solidarität, Toleranz, Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit fördern demokratisches, soziales Denken und Handeln.

Wir haben gesellschaftliche Visionen, die wissenschaftlich fundiert sind. Die Gesellschaft in Deutschland schrumpft, wird multikultureller, jedes fünfte Kind in Deutschland und jedes vierte in Berlin hat einen Migrationshintergrund. Die Vielfalt von neuen Familienformen führt zu veränderten Anforderungen an die Erziehungskompetenz. Die „traditionelle“ Familie wird immer seltener, die Zahl der Alleinerziehenden, Stieffamilien, Patchwork-Beziehungen und nicht-ehelichen Bindungen steigt. Die wachsende Scheidungsrate bedeutet für den/die Einzelne/n nicht nur finanzielle Schwierigkeiten, sondern oftmals eine psychische Belastung von Eltern und Kindern. Dazu kommt bei Migrant_innen ein bislang nicht richtig erforschtes, gesetzlich bedingtes Problem hinzu: Familiengründung zur Sicherung des Aufenthaltsstatus.

Die stetig ansteigende Zahl von Arbeitslosen und die ständig drohende Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes zeigen massive Auswirkungen. Psychische Belastung, finanzielle Not, eingeschränkte Teilhabe und der Verlust von sozialen Kontakten bis hin zum drohenden Verlust der Perspektive sind die Folgen.

 

Diese gesellschaftlichen Faktoren, die wir durch unsere langjährige Projektarbeit beobachtet haben und zum Teil machtlos erleben, verstärken unsere Visionen und unser Handeln Menschen zu unterstützen ihr Leben eigenverantwortlich zu gestalten.

Seit 2014 ist NARUD e.V. ein anerkannter Träger für ambulante sozialpädagogische Familienhilfe nach § 31 SGB VIII und möchte durch seine Angebote die Vision der Hilfe zur Selbsthilfe verwirklichen.

Mehr Informationen dazu finden Sie auf: jugendhilfe.narud.org

 

Afrika, ein Kontinent reicher an Ressourcen und Rohstoffen wie kein anderer, könnte er ärmer jedoch nicht sein. Schwer gebeutelt von jahrhundertelanger kolonialer Unterdrückung durch europäische Großmächte fällt Afrika im post-kolonialen Zeitalter der Ausbeutung des neo-liberalen Wirtschaftsprojekts zum Opfer. Während sich der Reichtum in Ländern des globalen Nordens ballt, versinkt fast ein ganzer Kontinent in sozialer Armut und Abhängigkeit von Kapitalgebern.

„African problems must be solved by Africans“
(„Afrikanische Probleme müssen von Afrikanern gelöst werden“) George Ayittey, Ghanese economist

 

Eine radikale Kritik aus liberaler Sicht, wie sie der britische Ökonom Peter Thomas Bauer und der kenianische Ökonom James Shikwati äußern, meint, dass Entwicklungshilfe eine der Gründe für Afrikas Probleme sei und einzustellen ist, da die wirtschaftliche Intervention den freien Warenaustausch zwischen den Entwicklungsländern und die Herausbildung einer privaten Wirtschaft behindere. James Shikwati kritisiert Entwicklungshilfe als ein Mittel um afrikanische Länder an westliche Kapitalgeber zu binden und somit eine einseitige wirtschaftliche und politische Abhängigkeit zu erzeugen. Sowohl auf wirtschaftlicher, politischer, sozialer oder ökologischer Ebene wird eine eigenständige und nachhaltige Entwicklung verhindert. Das Eingeständnis von verfehlter Entwicklungshilfe prägte in liberalen Kreisen den Begriff „Hilfspessimismus“, der entwicklungspolitische Resignation bedeutet. Besonders in Afrika zeigt sich, dass Entwicklungshilfe gerade bei der Bekämpfung der größten Armut versagt hat und häufig nur eine Abhängigkeit von dieser Hilfe geschaffen wurde.
Meist fließen staatliche Hilfsgelder nur von einer Staatskasse in die andere und bereichern diejenigen, deren Aufgabe es wäre, sie zu verteilen. Entwicklungshilfe in dieser Form kann nur funktionieren, wenn die Mittel an den Stellen ankommen, nämlich in der produzierenden Wirtschaft und somit Güter und Gewinn erzielt werden können, die auf dem inländischen Markt abgesetzt werden können. Die Diaspora in den Industriestaaten, die durch Arbeit Einkommen erzielen und diese in ihre Heimatländer überführen, s.g. Remissionen, übersteigen in manchen Fällen um ein Vielfaches die Hilfsgelder. Die Theorie zum Abbau von Entwicklungshilfegeldern wird von vielen entwicklungspolitischen Organisationen weltweit unterstützt. Sie können aber so lange nicht eingestellt werden, bis nicht zum Einen die gröbste Armut eliminiert und Korruption und Selbstbereicherung der Regierungen durch „Good-Governance“ ersetzt sind.

“The central challenge of the post-2015 UN development agenda is to
ensure that globalization becomes a positive force for all the worlds’
peoples of present and future generations. Globalization offers great
opportunities, but its benefits are at present very unevenly shared.” Realizing the future we want for all Report to the secretary-general New York June 2012

2001 haben die Vereinten Nationen acht Millenniumsziele zur Armutsbekämpfung erarbeitet. Auch hier ist die Bilanz entmutigend. Keines der Ziele wird bis zum Jahr 2015 vollkommen erfüllt sein. Insbesondere die Armutsbekämpfung in Afrika liegt weit hinter den gesteckten Zielen. Der UN Generalsekretär Ban Ki Moon beauftragte daraufhin im September 2011 eine Arbeitsgruppe, die 2013 die Post-2015 UN Development Agenda vorlegten, welche auf drei Prinzipien aufbaut: Menschenrechte, Gleichberechtigung und Nachhaltigkeit. Auf die drei Prinzipien aufbauend ergeben sich vier Handlungsfelder: 1. Soziale Entwicklung, 2. Ökologische Nachhaltigkeit, 3. Wirtschaftliche Entwicklung und 4. Frieden und Sicherheit.

Diese vier Punkte beinhalten und konkretisieren stärker die acht Millenniumsziele. Unter Punkt vier wird unter anderem die Förderung durch transformative Änderungen der Regierungsapparate hin zu „Good-Governance“-Regierungen erfasst.

 

 

 

 

 

 

 

In den letzten 20 Jahren ist die Globalisierung stark vorangeschritten. Die weltweiten Verflechtungen von Staaten vor allem auf wirtschaftlicher Ebene wurden besonders begünstigt durch den technischen Fortschritt im Kommunikationsbereich. Jedoch bringt die Globalisierung neben vielen positiven Effekten auch negative Effekte mit sich, wie eine verstärkte Einflussnahme besonders großer Unternehmen auf dem Weltmarkt, die Ausbeutung von Menschen als Arbeitskräfte in Schwellen- und Entwicklungsländern, sowie die Rohstoffverknappung und Umweltverschmutzung.  

Ein anschauliches Beispiel dafür liefert die Jeans-Produktion. Unsere Kleidung wird größtenteils aus Baumwolle hergestellt. Dieser Rohstoff wächst aber nur in warmen Ländern, wie in Indien, China, Usbekistan, Kasachstan und vielen afrikanischen Ländern. Für ein gutes Pflanzenwachstum muss die Baumwolle ausreichend bewässert und vor Schädlingen geschützt werden. Der hohe Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden belastet jedoch die Böden und das Grundwasser. Zusätzlich verschmutzen eingeleitete Farbstoffe die Gewässer. Somit muss festgestellt werden, dass die Produktion von Jeans mit großen Umweltschäden und schwierigen Bedingungen für die Arbeitskräfte einhergeht. Für die Herstellung einer Jeans werden insgesamt 8000 Liter Wasser verwendet. das entspricht 50 Badewannen mit 160 Liter Wasser. Hinzu kommen lange Transportwege für die Kleidung und andere Waren. Mit Hilfe von Schiffen, Flugzeugen und Lastkraftwagen legt eine Jeans zwischen 50.000 und 100.000 km zurück, bis sie bei uns im Regal landet. Das verbraucht sehr viel Erdöl und erhöht den CO2-Verbrauch enorm.   

Durch unsere entwicklungspolitische Informations- und Bildungsarbeit möchte NARUD e.V. Menschen über die Entwicklungen und Probleme bestimmter Globalisierungsprozesse aufklären und zum Handeln motivieren. Dabei wird das Leitbild vermittelt, welches für soziale Gerechtigkeit, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und eine ökologische Tragfähigkeit steht. Wir möchten einen Wissensaustausch mit Menschen aus anderen Kulturen auf Augenhöhe führen und zum aktiven Handeln in einer sozial verantwortungsvollen Gesellschaft aufrufen.

Mit Hilfe von Podiumsdiskussionen, Ausstellungen und Veranstaltung zum „Globalen Lernen“ an Berliner Schulen prägen wir das entwicklungspolitische Engagement in Berlin. Eine besonders wichtige Zielgruppe der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit sind Kinder und Jugendliche. .

 

 

 

 

Deutschlands Migrationsgeschichte reicht bis in die 1870er Jahre als zur Industrialisierung und während des Wirtschaftsbooms in der Nachkriegszeit 1950 viele Arbeitsplätze entstanden, die durch den natürlichen Bevölkerungszuwachs nicht abgedeckt werden konnten. Insbesondere aus Südosteuropa und der Türkei strömten angeworbene Arbeitskräfte nach Deutschland. Faktoren wie schlechte Löhne, die Verhinderung von betrieblichen Aufstiegschancen oder ein separiertes Leben sowohl räumlich als auch kulturell von der deutschen Bevölkerung hat die erfolgreiche Integration bis heute gehemmt. Nur langsam setzt sich der Gedanke einer Einwanderungsgesellschaft in den Köpfen der Deutschen und in der Politik fest, obwohl bereits 20% der Bevölkerung aus ehemaligen Zuwandererfamilien stammen. Noch heute können große strukturelle Defizite in den Behörden und staatlichen Institutionen, gerade in wichtigen Bereichen wie Bildung und Arbeit, festgestellt werden, dessen Überwindung nur schleppend voran geht. Es ist hinlänglich bekannt, dass Kinder mit Migrationsgeschichte in der Schule oftmals starke Leistungsdefizite aufweisen und durch schlechte Abschlüsse eine verminderte Erfolgschance auf dem Ausbildungs- bzw. Arbeitsmarkt haben. Erst in den letzten Jahren begann der Bund ein Gesamtkonzept zur Integration zu erarbeiten, dessen Ziele die Verbesserung der Deutschkenntnisse, die verstärkte gesellschaftliche Teilhabe und einer Erhöhung der Bildungschancen dienen sollen. Nachhaltigkeit soll bspw. durch die Öffnung von langfristig angelegten Förderfonds, einem verstärkten Kontakt mit den Eltern und der Ausbildung von Lehrkräften mit Migrationsgeschichte geschaffen werden. das An dieser Stelle setzt NARUD e.V. mit seinen Projekten an und leistet somit einen maßgeblichen Beitrag zur Integration von Menschen mit Migrationsgeschichte und neuen ZuwandererInnen.

Integration geht uns alle an. Sie ist nicht nur Aufgabe des Staates und der Politik, sondern der gesamten Gesellschaft. Integrationsförderung ist dann erfolgreich, wenn sich MigrantInnen als voll akzeptierter Bestandteil der Gesellschaft sehen, wenn sie die selben Möglichkeiten des aktiv Mitgestaltens haben und schlussendlich der Wohnort zur Heimat wird.
Miteinander reden, nicht übereinander: Dieses Motto prägt unser Handeln.

Das Thema „Globales Lernen“ gewinnt ihm Rahmen der schulischen Ausbildung in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung. Hilfestellung für die Schulen bildet dabei der „Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung im Rahmen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung“, welche das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und der Kultusministerkonferenz 2007 herausgegeben hat. Dieser Orientierungsrahmen zeigt, wie Inhalte und Kompetenzen des globalen Lernens im Unterricht der allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen fächerübergreifend implementiert werden können.

„Globales Lernen“ beschäftigt sich mit den globalen Herausforderungen und dessen zunehmende Komplexität in den Zeiten der Globalisierung. Themenschwerpunkte sind dabei Gesellschaft, Wirtschaft, Umwelt und Politik und deren Zusammenhänge untereinander. Zusätzlich trägt der Lernbereich dazu bei, die unterschiedlichen Kulturen kennenzulernen und besser zu verstehen. Die Betrachtung und Beschäftigung mit diesen Themen ist im Rahmen der immer weiter fortschreitenden Globalisierung enorm wichtig für die Kompetenzentwicklung und auch für die Zukunft der SchülerInnen. Allerdings sollte „Globales Lernen“ auch über den Schulalltag hinaus im alltäglichen Leben Berücksichtigung finden. Das Themenfeld der globalen Zusammenhänge in Wirtschaft, Gesellschaft, Umwelt und Politik ist auch für Erwachsene von großer Bedeutung.

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NARUD e. V. engagiert sich seit 2005 in der Völkerverständigung durch Integration von ZuwanderInnen, insbesondere von Minoritäten in Deutschland, sowie in der Entwicklungszusammenarbeit.

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