NARUD

NARUD e.V. steht für Network for African Rural and Urban Development und ist seit 2005 tätig. Wesentliche Schwerpunkte der Arbeit sind Entwicklungspolitik und Entwicklungszusammenarbeit. Der Verein ist in der entwicklungspolitischen Landschaft gut vernetzt, so ist NARUD e.V. Mitglied des Berliner Entwicklungspolitischem Ratschlags, ist im Vorstand vom moveGlobal und Mitlgied im Netzwerk Globales Lernen von EPIZ. Weiterhin arbeitet der Verein mit vielen unterschiedlichen Initiativen, wie Bengo, GIZ, CIM auf nationaler oder mit der „Association pour le development durable du Cameroun“ (ADDC) auf internationaler Ebene zusammen.

Donnerstag, 30 Januar 2014 12:54

Entwicklungspolitische Bildung

Im Zusammenhang mit der eigenen Projektarbeit war NARUD e.V. in den letzten Jahren mit vielen Themenschwerpunkten des „Globalen Lernens“ konfrontiert und hat sich vertieft damit auseinander gesetzt. Im Jahr 2011 wurde ein Projekt zum Thema „Entsorgungspolitik Nord-Süd“ durchgeführt. Im Zuge dessen gab es eine Umfrage zum Kenntnisstand zum Konsum- und Entsorgungsverhalten sowie Sensibilisierungsveranstaltungen. Im darauffolgenden Jahr wurde sich näher mit der „Exportpolitik Nord-Süd/Süd-Süd“ beschäftigt. Dabei wurde auf die Kenntnisse des Projektes aus 2011 aufgebaut und Podiumsdiskussionen sowie Schulveranstaltungen zu entsprechenden Themenschwerpunkten durchgeführt. Dabei wurde auch auf Zusammenhänge zwischen Themen, wie beispielsweise Umwelt und Wirtschaft eingegangen.

Aktuell setzt NARUD e.V. das Projekt „Faires Konsumverhalten“ um, welches auf den Erfahrungen und Erkenntnissen der beiden bereits genannten Projekte aufbaut. Aufgrund der gesammelten Erfahrungen in den genannten Themenbereichen sowie den damit verbundenen globalen Zusammenhängen rückte demnach auch das Thema „Globales Lernen“ weiter in den Fokus unserer Projektarbeit und wurde in diese integriert. Neben Podiumsdiskussionen stehen deshalb Schulveranstaltungen im Vordergrund der Projektarbeit. Dabei soll das Thema „Faires Konsumverhalten“ in lockeren, partizipativen Unterrichtseinheiten gemeinsam mit den Schülern näher betrachtet werden. Themenschwerpunkte sind dabei beispielsweise der Lebenszyklus eines Produktes oder das eigene Konsumverhalten. NARUD e.V. steht bei Organisation und Durchführung in enger Zusammenarbeit mit den Lehrkräften.

NARUD e.V. setzt sich für eine strukturelle Verankerung des Globalen Lernens in Berlin ein. Der Verein unterzeichnete die Rahmenvereinbarung zur Kooperation von Schulen und entwicklungspolitischen Initiativen mit der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung und wurde im Oktober 2013 auf der Empfehlungsliste mit Angeboten zum Globalen Lernen für Berliner Schulen von Nichtregierungsorganisationen. NARUD e.V. hat sich verpflichtet die Qualitätskritierien für entwicklungspolitische Bildungsarbeit und Globales Lernen zu erfüllen.

Donnerstag, 30 Januar 2014 12:27

Krankenhaus-Moschee in Kamerun

Ausgangssituation
Die Krankenhaus-Moschee liegt auf dem nord-westlichen Teil des Geländes des städtischen Krankenhauses von Fumban in Kamerun. Ihre wichtige Lage im Krankenhaus, neben dem Bezirksmarkt und dem Busbahnhof, hat dazu geführt, dass neben ihrer Grundfunktion als Rückzugs- und Gebetsort für die Patienten und deren Angehörige noch weitere Funktionen hinzu kamen. Die Besucherzahl der Moschee wächst ständig. Ihre Kapazität sowie deren Nebeneinrichtungen sind überfordert. Außerdem weist die 22 Jahre alte Moschee, auffälligerweise, einen Erneuerungs- und Instandsetzungsbedarf auf, da sie seit ihrem Bau im Jahre 1985 noch nicht saniert bzw. renoviert wurde.
 
Ziel des Projekts
Das Ziel des Mikroprojekts „Krankenhaus Moschee“ ist die Erneuerung und die Ausdehnung der Kapazität der vorhandenen überlasteten Einrichtungen (Moschee, Toilette und Trinkwasserbrunnen), damit sie ihre multiplen Funktionen weiterhin erfüllen können.

Spirituelle Funktion: Gebetsort für die Kranken und ihre Angehörigen, die VerkäuferInnen des Bezirksmarktes, die Reisenden und die Bewohner der Umgebung des Krankenhauses.

Soziale Funktion: kostenfreie Trinkwasserversorgung der Bevölkerung, Eröffnung einer Blibliotek und Bereitstellung öffentlicher Toiletten.

Hintergrund

Die Welt steht im Jahr 2015 an einem Scheideweg. Es ist ein „entscheidender Moment für die Menschheitsgeschichte“, wie UN Generalsekretär Ban-Ki Moon auf dem Nachhaltigkeitsgipfel der UNO erklärt, und damit mit aller Deutlichkeit auf kommende Herausforderungen und die Bedeutung der verabschiedeten Nachhaltigen Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) eingeht. Nach all diesen Jahren, wo die Weltgemeinschaft auf viele Krisen keine Antwort fand, muss die Frage lauten: Haben die SDGs das Potential eine nachhaltigere Welt zu schaffen? Bei der näheren Betrachtung der neuen SDGs ist eindeutig erkennbar, dass sich die Weltgemeinschaft endlich einem allumfassenderen Verständnis von Entwicklung unterworfen hat. Während die MDGs sehr auf die eindimensionale Entwicklungszusammenarbeit setzten und die entwickelten Länder wie Deutschland in ihrer Verantwortung für die nachhaltige Entwicklung weitgehend außen vor ließen, wird jetzt durch die Übertragung der SDGs auf alle Länder deutlich, dass jedes Land der Erde einen gewissen Entwicklungsstatus hat – als Entwicklungsland auf dem Weg zur Nachhaltigkeit. 

Mit der Verabschiedung der Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) und deren Übertragung auf alle Staaten macht die UN deutlich, dass jedes Land ein Entwicklungsland auf dem Weg zur Nachhaltigkeit ist und auch Länder des Globalen Nordens Verantwortung in globalen Entwicklungsprozessen übernehmen müssen. Individuelles nachhaltiges Handeln und die aktive Mitgestaltung einer nachhaltigeren Gesellschaft sind maßgeblich vom Verständnis und einer tieferen Auseinandersetzung mit den SDGs abhängig, daher sind diese unbedingt als Kerninhalt im Rahmen der Bildung für nachhaltige Entwicklung zu integrieren. Das Projekt reagiert auf die Herausforderung von Schulen, neben ihren individuellen Ausrichtung die SDGs in den Unterricht zu integrieren und Schüler_innen die Inhalte und Konsequenzen zu vermitteln. Mittels Arbeitsgemeinschaften zum Globalen Lernen, Projekttagen und einer Projektwoche an insgesamt vier Kooperationsschulen werden die SDGs Schüler_innen nahegebracht, die sich mit deren Inhalten auseinandersetzen und mit der Gewinnung einer ganzheitlichen Perspektive  auch das eigene Handeln reflektieren. Eine Fortbildung soll Lehrkräften im Fachbereich Ethik, in dem fachübergreifend Fragen der nachhaltigen Entwicklung behandelt werden, zusätzliche Kompetenzen ermöglichen und eine globale, entwicklungspolitische Perspektive anbieten.

Projektziele:

Ziel 1: Einführung der SDGs an den Schulen

Die SDGs der Agenda 2030 der UN wurden an den Kooperationsschulen vorgestellt und eingeführt. Die Relevanz der SDGs und deren Umsetzung konnte SchülerInnen näher gebracht und deutlich gemacht werden. Die SchülerInnen verfügen über ein Grundverständnis der Inhalte und Kontexte der SDGs.

Ziel 2: Wissenstransfer an SchülerInnen und kritische Hinterfragung eigener Handlungsmöglichkeiten

Sowohl die AGs als auch die Projekttage und Projektwoche haben bereits bestehendes Wissen der SchülerInnen fächerübergreifend verknüpft und neue Lerninhalte im Bereich „Globales Lernen“ im Kontext der SDGs vermittelt, mit denen sich die SchülerInnen aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet auseinandersetzen konnten.

Neben dem Wissenstransfer hat das Projekt auch Wirkungen bezogen auf das individuelle Handeln ermöglicht. Einerseits konnten die SchülerInnen dadurch individuell eine Orientierung für das eigene Leben finden. Außerdem entwickeln sie eine eigene Vision für das Leben in einer human gestalteten Weltgesellschaft. Durch unsere Maßnahmen haben sie die notwendigen Schlüsselkompetenzen erworben, die sie brauchen, um sich heute und in Zukunft als verantwortungsbewusste Weltbürger in der Weltgesellschaft zu orientieren und nachhaltig zu leben.

Ziel 3: Gestärkte Kompetenzen der Lehrkräfte im Bereich Ethik

Lehrkräfte konnte ein umfangreicheres Wissen im Fachbereich Ethik vermittelt werden. Die FachlehrerInnen und PädagogInnen konnten sich inhaltliche und methodisch-didaktische Kompetenzen zum Lernen in Globalen Zusammenhängen nach der neuen Fassung des Orientierungsrahmens für Globale Entwicklung 2015 aneignen, welche sie im Unterricht selbstständig anwenden können. Durch das zusätzliche Wissen können sie nicht nur den SchülerInnen komplexere Inhalte besser vermitteln, sondern sie auch mehr für den Themenkomplex interessieren.

 

Sie suchen noch Themen für Projekttage, Workshops oder eine AG an Ihrer Schule? Wir möchten Sie dabei gerne unterstützen. NARUD e.V. bietet Ihnen die Möglichkeit, Veranstaltungen zum theme „Globales Lernen“ für Lehrer_innen und/oder Schüler_innen in gemeinsamer Zusammenarbeit zu organisieren und durchzuführen.

NARUD e.V. besitzt bereits Erfahrungen in der Unterrichtsgestaltung zu den Themenschwerpunkten Fairer Handel, Umwelt, Kolonialgeschichte, (Neo-) Kolonialismus, Good-Governance, Konsumverhalten und das Leben in Afrika. Dabei haben wir uns zusammen mit den Schüler_innen beispielsweise mit dem Alltag in afrikanischen Ländern, Kindersoldaten oder dem Zusammenhang zwischen Handynutzung und Konflikten im Kongo auseinandergesetzt. Die konkrete Ausgestaltung der Veranstaltung sowie die Ausarbeitung anderer Themenschwerpunkte können in einem persönlichen Gespräch geklärt werden.

Bei Bedarf können wir auch Veranstaltungen für Grundschüler_innen anbieten.

Bei Interesse melden Sie sich bitte per Email mit dem Stichwort „Globales Lernen“ an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder telefonisch unter 030-40757551 und vereinbaren Sie einen Gesprächstermin mit uns.

Wir freuen uns auf Ihre Anfrage und unsere Zusammenarbeit.

Unter weiterlesen, finden Sie den Link zum Download unserer aktuellen Informationsbroschüre.
Mittwoch, 29 Januar 2014 16:26

Schule für Alle

 

Wir möchten Ihnen hier eines unserer Auslandsprojekte „Schule für alle in Kamerun“ vorstellen. Das Projekt war Teil der Vereinsarbeit im Rahmen der entwicklungspolitischen Bildung und Zusammenarbeit.

Hintergrund:

Das Projekt wurde in Koupa-Matapit, einem Dorf mit 17.000 Einwohnern, in der Region West in Kamerun realisiert. Aufgrund des sehr langsamen Dezentralisierungsprozesses in Kamerun ist das Dorf noch keine eigenständige Gemeinde, sondern wird dem Bezirk Foumban zugeordnet.

Das zweite Millenniumsziel der Vereinten Nationen besagt, dass bis 2015 für alle Kinder eine Primärschulbildung möglich sein soll. Im Projektort Koupa-Matapit ist dies noch nicht möglich. Die Schulen sind renovierungsbedürftig und die Klassenräume sind häufig überbelegt. Dies bedeutet, dass nicht für jedes Kind im Dorf ein Schulplatz garantiert werden kann. Außerdem wird das Thema Schuldbildung in der muslimisch geprägten Region oftmals noch mit Skepsis betrachtet, sodass viele Kinder, vor allem Mädchen, die Schule erst spät besuchen.

Ziele:

Aus den hier kurz geschilderten Verhältnissen wurde das Projekt „Schule für alle in Kamerun“ initiiert, um die vorherrschenden Zustände zu verbessern. Dabei wurde NARUD e.V. von „Association pour le developpement durable du Cameroun“, lokalen Partnern und Vereinen vor Ort unterstützt.

Für das Projekt wurden folgende Zielsetzungen formuliert:

  • Erhöhung des Bildungsniveaus der Grundschulkinder

  • Schaffung eines attraktiven Lernortes

  • Erhöhung der Einschulungsquote bei Mädchen

  • Stärkung von Elterninitiativen, lokaler Vereine und Multiplikatoren

Projektumsetzung

Das Projekt beinhaltete vier wesentliche Bausteine, um die genannten Ziele zu verwirklichen.

  1. Sensibilisierungskampagne

Dabei wurden bildungsferne Familien über die Wichtigkeit von Schulbildung ihrer Kinder über das Radio in Französisch und der Muttersprache Bamun, im Rahmen von Schulveranstaltungen, bei traditionellen Zeremonien und durch persönliche Ansprache informiert und sensibilisiert.

  1. Bau von neuen Schulgebäuden

Zur Vermeidung der Überbelegung von Klassenräumen und zur Verbesserung der Gesamtsituation der Schulen wurden an zwei Standorten jeweils zwei neue Schulgebäude errichtet. Dabei wurden ökologische Aspekte, wie klimagerechtes Bauen, geachtet und nachhaltige, lokal verfügbare Materialien verwendet. Grundsteinlegung für die neuen Gebäude war im Dezember 2012, fünf Monate später, im Mai 2013, konnten die Schulen mit einer feierlichen Zeremonie eröffnet werden.

  1. Fortbildungen

Für Schulfördervereine, Schulvertreter, lokale Vereine und MultiplikatorInnen wurden Fortbildungen zu verschiedensten Themen angeboten. Dazu zählten beispielsweise die rechtlichen Grundlagen des Schulwesens, Fundraising und nationale Fördermöglichkeiten, Netzwerkarbeit und Schulpartnerschaften, sowie internationale Fördermittelakquise und Vereinsarbeit.

  1. Mentoren-/Patenschaftsprogramm

Für das Mentorenprogramm konnten 25 SchülerInnen gewonnen werde, die zukünftig die jüngeren Kinder unterstützen. Für das Patenprogramm stehen sieben Personen zur Verfügung, fünf in Kamerun und zwei in Berlin.

In den Osterferien wurde mit Hilfe der Paten und Mentoren eine Projektwoche durchgeführt, dabei wurden Förderunterricht für die Grundschulkinder, Workshops und Austauschveranstaltungen angeboten.

Ergebnisse

Das Projekt war sehr erfolgreich und hatte in vielen Bereichen positive Auswirkungen. Durch die neuen Schulgebäude wurden zwei wichtige Bildungszentren in dem wirtschaftlich noch rückständigen Dorf geschaffen. Sie stellen einen attraktiven Lernort dar, der auch die Motivation von SchülerInnen und LehrerInnen stärkt. 
Auch die Sensibilisierungskampagne war sehr erfolgreich und die Stellung der Bildung im Dorf verbessert werden.

Positiv anzumerken ist, dass durch die Zusammenarbeit mit der kamerunischen Regierung sich diese dazu entschlossen hat, weitere Schulgebäude zu errichten.

Auch im wirtschaftlichen Bereich war das Projekt erfolgreich, so wurden für den Schulneubau erwerbslose Dorfbewohner engagiert und lokale Unternehmen und Gewerbetreibende beauftragt.

 

Förderung:

Das Projekt wurde durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und dem Centrum für internationale Migration und Entwicklung (CIM) gefördert.

An dieser Stelle möchten wir uns noch einmal bei dem BMZ, dem CIM, sowie dem ADDC und allen lokalen Partnern vor Ort für die finanzielle Unterstützung und die gute Zusammenarbeit bedanken.

Weitere Informationen erhalten sie in der Projektbroschüre „Schule für alle in Kamerun“, welche in unserem Vor-Ort Büro erhältlich/hier als PDF abrufbar ist.

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NARUD e. V. engagiert sich seit 2005 in der Völkerverständigung durch Integration von ZuwanderInnen, insbesondere von Minoritäten in Deutschland, sowie in der Entwicklungszusammenarbeit.

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