Entwicklungspolitische Bildung (1)

Hintergrund

Die Welt steht im Jahr 2015 an einem Scheideweg. Es ist ein „entscheidender Moment für die Menschheitsgeschichte“, wie UN Generalsekretär Ban-Ki Moon auf dem Nachhaltigkeitsgipfel der UNO erklärt, und damit mit aller Deutlichkeit auf kommende Herausforderungen und die Bedeutung der verabschiedeten Nachhaltigen Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) eingeht. Nach all diesen Jahren, wo die Weltgemeinschaft auf viele Krisen keine Antwort fand, muss die Frage lauten: Haben die SDGs das Potential eine nachhaltigere Welt zu schaffen? Bei der näheren Betrachtung der neuen SDGs ist eindeutig erkennbar, dass sich die Weltgemeinschaft endlich einem allumfassenderen Verständnis von Entwicklung unterworfen hat. Während die MDGs sehr auf die eindimensionale Entwicklungszusammenarbeit setzten und die entwickelten Länder wie Deutschland in ihrer Verantwortung für die nachhaltige Entwicklung weitgehend außen vor ließen, wird jetzt durch die Übertragung der SDGs auf alle Länder deutlich, dass jedes Land der Erde einen gewissen Entwicklungsstatus hat – als Entwicklungsland auf dem Weg zur Nachhaltigkeit. 

Mit der Verabschiedung der Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) und deren Übertragung auf alle Staaten macht die UN deutlich, dass jedes Land ein Entwicklungsland auf dem Weg zur Nachhaltigkeit ist und auch Länder des Globalen Nordens Verantwortung in globalen Entwicklungsprozessen übernehmen müssen. Individuelles nachhaltiges Handeln und die aktive Mitgestaltung einer nachhaltigeren Gesellschaft sind maßgeblich vom Verständnis und einer tieferen Auseinandersetzung mit den SDGs abhängig, daher sind diese unbedingt als Kerninhalt im Rahmen der Bildung für nachhaltige Entwicklung zu integrieren. Das Projekt reagiert auf die Herausforderung von Schulen, neben ihren individuellen Ausrichtung die SDGs in den Unterricht zu integrieren und SchülerInnen die Inhalte und Konsequenzen zu vermitteln. Mittels Arbeitsgemeinschaften zum Globalen Lernen, Projekttagen und einer Projektwoche an insgesamt vier Kooperationsschulen werden die SDGs SchülerInnen nahegebracht, die sich mit deren Inhalten auseinandersetzen und mit der Gewinnung einer ganzheitlichen Perspektive  auch das eigene Handeln reflektieren. Eine Fortbildung soll Lehrkräften im Fachbereich Ethik, in dem fachübergreifend Fragen der nachhaltigen Entwicklung behandelt werden, zusätzliche Kompetenzen ermöglichen und eine globale, entwicklungspolitische Perspektive anbieten.

Projektziele:

Ziel 1: Einführung der SDGs an den Schulen

Die SDGs der Agenda 2030 der UN wurden an den Kooperationsschulen vorgestellt und eingeführt. Die Relevanz der SDGs und deren Umsetzung konnte SchülerInnen näher gebracht und deutlich gemacht werden. Die SchülerInnen verfügen über ein Grundverständnis der Inhalte und Kontexte der SDGs.

Ziel 2: Wissenstransfer an SchülerInnen und kritische Hinterfragung eigener Handlungsmöglichkeiten

Sowohl die AGs als auch die Projekttage und Projektwoche haben bereits bestehendes Wissen der SchülerInnen fächerübergreifend verknüpft und neue Lerninhalte im Bereich „Globales Lernen“ im Kontext der SDGs vermittelt, mit denen sich die SchülerInnen aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet auseinandersetzen konnten.

Neben dem Wissenstransfer hat das Projekt auch Wirkungen bezogen auf das individuelle Handeln ermöglicht. Einerseits konnten die SchülerInnen dadurch individuell eine Orientierung für das eigene Leben finden. Außerdem entwickeln sie eine eigene Vision für das Leben in einer human gestalteten Weltgesellschaft. Durch unsere Maßnahmen haben sie die notwendigen Schlüsselkompetenzen erworben, die sie brauchen, um sich heute und in Zukunft als verantwortungsbewusste Weltbürger in der Weltgesellschaft zu orientieren und nachhaltig zu leben.

Ziel 3: Gestärkte Kompetenzen der Lehrkräfte im Bereich Ethik

Lehrkräfte konnte ein umfangreicheres Wissen im Fachbereich Ethik vermittelt werden. Die FachlehrerInnen und PädagogInnen konnten sich inhaltliche und methodisch-didaktische Kompetenzen zum Lernen in Globalen Zusammenhängen nach der neuen Fassung des Orientierungsrahmens für Globale Entwicklung 2015 aneignen, welche sie im Unterricht selbstständig anwenden können. Durch das zusätzliche Wissen können sie nicht nur den SchülerInnen komplexere Inhalte besser vermitteln, sondern sie auch mehr für den Themenkomplex interessieren.

 

Sie suchen noch Themen für Projekttage, Workshops oder eine AG an Ihrer Schule? Wir möchten Sie dabei gerne unterstützen. NARUD e.V. bietet Ihnen die Möglichkeit, Veranstaltungen zum theme „Globales Lernen“ für Lehrer und/oder Schüler in gemeinsamer Zusammenarbeit zu organisieren und durchzuführen.

NARUD e.V. besitzt bereits Erfahrungen in der Unterrichtsgestaltung zu den Themenschwerpunkten Fairer Handeln, Umwelt, Kolonialgeschichte, (Neo-) Kolonialismus, Good-Governance, Konsumverhalten und das Leben in Afrika. Dabei haben wir uns zusammen mit den SchülerInenn beispielsweise mit dem Alltag in afrikanischen Ländern, Kindersoldaten oder dem Zusammenhang zwischen Handynutzung und Konflikten im Kongo auseinandergesetzt. Die konkrete Ausgestaltung der Veranstaltung sowie die Ausarbeitung anderer Themenschwerpunkte können in einem persönlichen Gespräch geklärt werden.

Bei Bedarf können wir auch Veranstaltungen für GrundschülerInnen anbieten.

Bei Interesse melden Sie sich bitte per Email mit dem Stichwort „Globales Lernen“ an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder telefonisch unter 030 915 154 16 und vereinbaren Sie einen Gesprächstermin mit uns.

Wir freuen uns auf Ihre Anfrage und unsere Zusammenarbeit.

Unter weiterlesen, finden Sie den Link zum Download unserer aktuellen Informationsbroschüre.

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NARUD e. V. engagiert sich seit 2005 in der Völkerverständigung durch Integration von ZuwanderInnen, insbesondere von Minoritäten in Deutschland, sowie in der Entwicklungszusammenarbeit.

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