Mittwoch, 29 Januar 2014 16:26

Schule für Alle

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Wir möchten Ihnen hier eines unserer Auslandsprojekte „Schule für alle in Kamerun“ vorstellen. Das Projekt war Teil der Vereinsarbeit im Rahmen der entwicklungspolitischen Bildung und Zusammenarbeit.

Hintergrund:

Das Projekt wurde in Koupa-Matapit, einem Dorf mit 17.000 Einwohnern, in der Region West in Kamerun realisiert. Aufgrund des sehr langsamen Dezentralisierungsprozesses in Kamerun ist das Dorf noch keine eigenständige Gemeinde, sondern wird dem Bezirk Foumban zugeordnet.

Das zweite Millenniumsziel der Vereinten Nationen besagt, dass bis 2015 für alle Kinder eine Primärschulbildung möglich sein soll. Im Projektort Koupa-Matapit ist dies noch nicht möglich. Die Schulen sind renovierungsbedürftig und die Klassenräume sind häufig überbelegt. Dies bedeutet, dass nicht für jedes Kind im Dorf ein Schulplatz garantiert werden kann. Außerdem wird das Thema Schuldbildung in der muslimisch geprägten Region oftmals noch mit Skepsis betrachtet, sodass viele Kinder, vor allem Mädchen, die Schule erst spät besuchen.

Ziele:

Aus den hier kurz geschilderten Verhältnissen wurde das Projekt „Schule für alle in Kamerun“ initiiert, um die vorherrschenden Zustände zu verbessern. Dabei wurde NARUD e.V. von „Association pour le developpement durable du Cameroun“, lokalen Partnern und Vereinen vor Ort unterstützt.

Für das Projekt wurden folgende Zielsetzungen formuliert:

  • Erhöhung des Bildungsniveaus der Grundschulkinder

  • Schaffung eines attraktiven Lernortes

  • Erhöhung der Einschulungsquote bei Mädchen

  • Stärkung von Elterninitiativen, lokaler Vereine und Multiplikatoren

Projektumsetzung

Das Projekt beinhaltete vier wesentliche Bausteine, um die genannten Ziele zu verwirklichen.

  1. Sensibilisierungskampagne

Dabei wurden bildungsferne Familien über die Wichtigkeit von Schulbildung ihrer Kinder über das Radio in Französisch und der Muttersprache Bamun, im Rahmen von Schulveranstaltungen, bei traditionellen Zeremonien und durch persönliche Ansprache informiert und sensibilisiert.

  1. Bau von neuen Schulgebäuden

Zur Vermeidung der Überbelegung von Klassenräumen und zur Verbesserung der Gesamtsituation der Schulen wurden an zwei Standorten jeweils zwei neue Schulgebäude errichtet. Dabei wurden ökologische Aspekte, wie klimagerechtes Bauen, geachtet und nachhaltige, lokal verfügbare Materialien verwendet. Grundsteinlegung für die neuen Gebäude war im Dezember 2012, fünf Monate später, im Mai 2013, konnten die Schulen mit einer feierlichen Zeremonie eröffnet werden.

  1. Fortbildungen

Für Schulfördervereine, Schulvertreter, lokale Vereine und MultiplikatorInnen wurden Fortbildungen zu verschiedensten Themen angeboten. Dazu zählten beispielsweise die rechtlichen Grundlagen des Schulwesens, Fundraising und nationale Fördermöglichkeiten, Netzwerkarbeit und Schulpartnerschaften, sowie internationale Fördermittelakquise und Vereinsarbeit.

  1. Mentoren-/Patenschaftsprogramm

Für das Mentorenprogramm konnten 25 SchülerInnen gewonnen werde, die zukünftig die jüngeren Kinder unterstützen. Für das Patenprogramm stehen sieben Personen zur Verfügung, fünf in Kamerun und zwei in Berlin.

In den Osterferien wurde mit Hilfe der Paten und Mentoren eine Projektwoche durchgeführt, dabei wurden Förderunterricht für die Grundschulkinder, Workshops und Austauschveranstaltungen angeboten.

Ergebnisse

Das Projekt war sehr erfolgreich und hatte in vielen Bereichen positive Auswirkungen. Durch die neuen Schulgebäude wurden zwei wichtige Bildungszentren in dem wirtschaftlich noch rückständigen Dorf geschaffen. Sie stellen einen attraktiven Lernort dar, der auch die Motivation von SchülerInnen und LehrerInnen stärkt. 
Auch die Sensibilisierungskampagne war sehr erfolgreich und die Stellung der Bildung im Dorf verbessert werden.

Positiv anzumerken ist, dass durch die Zusammenarbeit mit der kamerunischen Regierung sich diese dazu entschlossen hat, weitere Schulgebäude zu errichten.

Auch im wirtschaftlichen Bereich war das Projekt erfolgreich, so wurden für den Schulneubau erwerbslose Dorfbewohner engagiert und lokale Unternehmen und Gewerbetreibende beauftragt.

 

Förderung:

Das Projekt wurde durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und dem Centrum für internationale Migration und Entwicklung (CIM) gefördert.

An dieser Stelle möchten wir uns noch einmal bei dem BMZ, dem CIM, sowie dem ADDC und allen lokalen Partnern vor Ort für die finanzielle Unterstützung und die gute Zusammenarbeit bedanken.

Weitere Informationen erhalten sie in der Projektbroschüre „Schule für alle in Kamerun“, welche in unserem Vor-Ort Büro erhältlich/hier als PDF abrufbar ist.

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Gelesen 2692 mal Letzte Änderung am Montag, 15 Dezember 2014 09:23
NARUD

NARUD e.V. steht für Network for African Rural and Urban Development und ist seit 2005 tätig. Wesentliche Schwerpunkte der Arbeit sind Entwicklungspolitik und Entwicklungszusammenarbeit. Der Verein ist in der entwicklungspolitischen Landschaft gut vernetzt, so ist NARUD e.V. Mitglied des Berliner Entwicklungspolitischem Ratschlags, ist im Vorstand vom moveGlobal und Mitlgied im Netzwerk Globales Lernen von EPIZ. Weiterhin arbeitet der Verein mit vielen unterschiedlichen Initiativen, wie Bengo, GIZ, CIM auf nationaler oder mit der „Association pour le development durable du Cameroun“ (ADDC) auf internationaler Ebene zusammen.

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